Wie du deinen League of Legends Ping extrem schnell verbesserst

Die Performance in League of Legends wird selten nur durch einen hohen Ping allein ruiniert. Aber ein hoher Ping kann zu Performance-Problemen führen, wenn noch ein oder zwei andere kleine Probleme dazukommen. Schauen wir uns an, woher hoher Ping kommt und wie du verhinderst, dass Lag deine Games ruiniert.
Kritische Ping-Schwellenwerte in League of Legends
Während sich 30 ms und darunter ingame am besten anfühlen, beginnen die echten Probleme ab etwa 80 ms – ab hier fühlen sich Abilities oft verzögert an. Sobald du aber die 120 ms erreichst, beeinflusst es dein Gameplay gewaltig.
Der Ping ist hierbei jedoch nicht das einzige Problem. Hier sind die drei Werte, auf die es in LoL wirklich ankommt:
- Latenz (Ping): Die Zeit, die Daten brauchen, um zwischen deinem PC und dem Gameserver zu reisen.
- Jitter: Wie stark dein Ping schwankt.
- Packet Loss (Paketverlust): Der Prozentsatz der Datenpakete, die nicht ihr Ziel erreichen.
Wenn du ingame Strg + F drückst, siehst du deine Live-Stats für Ping und FPS. Ein dauerhaft hoher Ping liegt meist an der Entfernung zum Server. Das echte Problem sind jedoch Spikes alle paar Sekunden, die durch Jitter oder Packet Loss verursacht werden.
Der 30-Sekunden-Check, bevor du etwas anderes anfasst
Bevor du tiefere Einstellungen änderst, führe diese vier Schritte zur ersten Fehlersuche durch:
- Überprüfe den Serverstatus unter status.riotgames.com.
- Starte deinen Modem und Router neu. Schalte beide Geräte aus und trenne sie für mindestens 30 Sekunden vom Stromnetz, bevor du sie wieder hochfährst. Die meisten Lag-Probleme lassen sich so schon beheben.
- Schließe alle anderen Apps, einschließlich Discord-Overlay, Chrome, OBS und alles, was im Hintergrund synchronisiert oder streamt.
- Wechsle zu einer Ethernet-Kabelverbindung. Darauf gehen wir weiter unten noch genauer ein.
Die Ursache für LoL-Lag identifizieren
Es ist wichtig, die Quelle des Problems zu finden: Es könnte dein eigener PC sein, dein Heimnetzwerk, das Routing deines Anbieters zu den Servern von Riot oder der Server selbst. Der beste Einstieg ist ein Ping-Test zu den Riot-Servern.
Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator und nutze die Tabelle unten, um den Server des Spiels zu pingen. Falls du hier Probleme hast, kannst du auch einen öffentlichen LoL-Ping-Checker nutzen, da sich die IPs ändern können. Lass den Test eine Minute lang laufen und beobachte, wie stabil die Antwortzeiten sind.
|
Region |
Server-IP |
Befehl |
|---|---|---|
|
Nordamerika |
104.160.131.3 |
ping 104.160.131.3 -t |
|
EU West |
104.160.141.3 |
ping 104.160.141.3 -t |
|
EU Nord & Ost |
104.160.142.3 |
ping 104.160.142.3 -t |
|
Korea |
104.160.143.3 |
ping 104.160.143.3 -t |
|
Lateinamerika Nord |
104.160.136.3 |
ping 104.160.136.3 -t |
|
Ozeanien |
104.160.156.1 |
ping 104.160.156.1 -t |
Lösung 1: Spiele keinesfalls über eine WLAN-Verbindung

Drahtlose Verbindungen und Gaming-Performance vertragen sich einfach nicht. WLAN erhöht die Latenz und verursacht Packet Loss – und je mehr Geräte im selben Netz sind, desto schlimmer wird es. Wenn du absolut keine Kabel verlegen kannst, sind das deine besten Optionen:
- Nutze Powerline-Adapter (DLAN) oder MoCA-Adapter für eine deutlich stabilere Leistung als WLAN.
- Bleibst du bei WLAN, nutze das 5GHz-Band und bleibe so nah wie möglich am Router. Mit einer WiFi-Analyzer-App kannst du zudem den Kanal mit den geringsten Störungen finden.
Lösung 2: Gib deine Bandbreite frei

Deine Internetverbindung hat nur begrenzte Bandbreite, aber in deinem Netzwerk gibt es fast immer zahlreiche Anwendungen, die diese Bandbreite blockieren. Streaming, Cloud-Synchs, App-Updates oder automatische Uploads fressen Bandbreite und töten deinen LoL-Ping. Das musst du unter Kontrolle bringen.
Öffne den Ressourcenmonitor auf deinem PC, indem du „resmon“ in das Ausführen-Fenster (Win + R) eingibst, und klicke auf den Reiter „Netzwerk“, um zu sehen, was deine Bandbreite verbraucht. Alles, was dort Hunderte von KB/s zieht, kann dein LoL-Match beeinträchtigen.
Falls dein Router QoS-Optionen (Quality of Service) bietet, aktiviere sie, um deinem Gaming-PC bei Netzwerkauslastung immer Priorität einzuräumen.
Lösung 3: Halte deinen Netzwerk-Treiber aktuell

Veraltete Treiber können zu Komplettausfällen führen, oft verhindern sie aber einfach nur, dass eine Hardware optimal läuft. Bei Netzwerkkarten äußert sich das in langsamerer oder instabiler Verbindung. Um deine Treiber zu aktualisieren, öffne den Geräte-Manager, klappe „Netzwerkadapter“ auf, mache einen Rechtsklick auf deinen Ethernet- oder WLAN-Adapter und wähle „Treiber aktualisieren“.
Alternativ kannst du direkt auf die Website deines Mainboard- oder Laptop-Herstellers gehen und dort den aktuellsten Netzwerktreiber herunterladen.
Lösung 4: Optimiere deine DNS-Einstellungen
Der DNS-Server übersetzt Website-URLs in IP-Adressen. Der Standard-DNS deines Internetanbieters ist jedoch oft langsam oder unzuverlässig, was zu kurzen Aussetzern im Spiel führen kann. Hier sind deutlich bessere Alternativen:
- Cloudflare: 1.1.1.1 und 1.0.0.1
- Google: 8.8.8.8 und 8.8.4.4
Gehe in den Windows-Einstellungen zu „Netzwerk und Internet“, klicke auf deine aktive Verbindung, gehe zu den DNS-Einstellungen, schalte auf manuell um und trage eine der oben genannten IPs ein. Führe danach „ipconfig /flushdns“ in der Eingabeaufforderung aus, um den alten DNS-Cache zu leeren. Das allein löst zwar nicht jedes Problem, verbessert aber die allgemeine Konnektivität und verhindert zufällige Disconnects.
Lösung 5: IP erneuern und den Netzwerk-Stack zurücksetzen
ipconfig /release
ipconfig /renew
ipconfig /flushdns
netsh winsock reset
Auch der lokale Netzwerkstatus kann sich manchmal „aufhängen“. Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator und führe die obigen Befehle nacheinander aus. Der letzte Befehl setzt den Windows-Netzwerk-Stack zurück. Danach musst du deinen PC neu starten.
Wenn die Route selbst das Problem ist
Wenn ein Traceroute zeigt, dass die Verzögerung irgendwo auf dem Weg zwischen deinem Anbieter und den Servern von Riot entsteht, kannst du an deinen lokalen Einstellungen nichts ändern. Du kannst aber eine andere Route nehmen. Dafür gibt es zwei Optionen.
Gaming Private Networks (GPNs) können deine Spieldaten über optimierte Pfade leiten. Dadurch lässt sich schlechtes Peering deines Anbieters umgehen.
Du kannst auch ein VPN nutzen. Auch wenn VPNs primär für Datenschutz gedacht sind und die Verschlüsselung meist Ping hinzufügt, kann die Wahl des richtigen VPN-Serverstandorts manchmal einen schnelleren Pfad zum Riot-Gameserver bieten.
Das größte Problem: VPNs sind meist nur in kostenpflichtigen Versionen wirklich stabil. Du kannst es aber mit einer kostenlosen Testversion prüfen, bevor du Geld ausgibst. Teste ein VPN kostenlos und mache einen Ping-Test zu der Riot-IP deiner Region. Ein niedrigerer Wert zeigt dir, dass tatsächlich das Routing die Ursache war.
Wenn keine der Standard-Lösungen hilft
Es gibt Situationen, in denen Einstellungen das Problem schlichtweg nicht lösen können – zum Beispiel, wenn die physische Distanz zwischen deinem PC und dem Server einfach zu groß ist. Wenn du von Europa oder Australien aus auf einem NA-Server spielst, musst du mit der Verzögerung leben. In diesem Fall hast du noch zwei Möglichkeiten:
- Wechsle die Region. Für Spieler in Australien hätte ein OCE-Konto beispielsweise einen Ping im 30er-Bereich. Du kannst Riot gegen eine Gebühr um einen Transfer bitten oder mit einem neuen Smurf Konto ganz frisch anfangen.
- Kontaktiere deinen Anbieter mit Beweisen. Führe den Befehl „tracert“ aus und finde heraus, an welchem Hop der Ping in die Höhe schießt. Liegt der schlechte Hop im Netz deines Anbieters, muss dieser nachbessern – du wirst aber Screenshots als Beweis vorlegen müssen.



